Push Marketing bedeutet, dass Unternehmen Produkte aktiv an potenzielle Kunden kommunizieren um Nachfrage zu wecken.
Die Initiative geht vom Anbieter aus und nicht vom Kunden.
Pull Marketing setzt darauf, dass Kunden aus eigenem Interesse nach Informationen oder Lösungen suchen und dadurch freiwillig zur Marke finden.
Beim Pull-Marketing macht immer der Kunde den ersten Schritt.
Dieser Guide richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie Push- und Pull-Marketing funktionieren und wie man sie im modernen Marketing sinnvoll kombiniert. Du lernst:
- Die grundlegenden Unterschiede zwischen Push- und Pull-Marketing. Mit klarer Definitionen und Beispielen.
- Wie beide Strategien im Funnel wirken und welche Ziele sie jeweils erfüllen
- Wann Unternehmen Push, Pull oder eine Kombination aus beiden einsetzen sollten, um maximale Wirkung zu erzielen
Was ist Push Marketing?
„Push Marketing beschreibt alle Marketingaktivitäten, bei denen ein Unternehmen seine Produkte oder Dienstleistungen aktiv in den Markt schiebt.“
Ein gutes Beispiel sind Meta Ads. Kein Mensch steht Morgens auf und denkt sich:
„Heute schaue ich mir auf Instagram Werbung zu Produkt XY an.“

Es sind die Werbetreibenden auf der Plattform, die sich entscheiden potenziellen Kunden ihre Angebote zu zeigen.
Die Initiative geht also vom Anbieter aus und nicht vom Kunden.
Push Marketing verfolgt immer das Ziel Aufmerksamkeit zu erzeugen und Nachfrage zu wecken.
Unabhängig davon, ob bereits ein aktives Interesse besteht oder nicht.
Was sind die Ziele von Push Marketing?
- Schnelle planbare Reichweite und zügige Kaufimpulse
- Hohe Sichtbarkeit bei neuen Produkten oder Marken
- Kontrolle über die Platzierung der Botschaften
Was sind typische Einsatzbereiche von Push Marketing?
Aus meiner Erfahrung als Media Buyer, bin ich mit den verschiedenen Arten von Push Marketing sehr gut vertraut:
Bezahlte Werbung (z. B. Meta Ads, Google Display Ads, YouTube Ads) ist immer Push Marketing.
Auch Outbound Marketing (Telefonakquise, Direktmailings) fällt in die Kategorie Push
Auch E-Mail, SMS oder Whatsapp Marketing sind eine Facette von Push Marketing
Was sind Beispiele aus der Praxis für Push Marketing?
- Ein E-Commerce Shop schaltet Meta Ads, um eine neue Kollektion kurzfristig sichtbar zu machen.
- Ein SaaS Anbieter nutzt LinkedIn Ads, um Awareness in einer spezifischen Zielgruppe aufzubauen.
- Ein Einzelhändler verteilt Rabatt-Flyer in der Innenstadt, um Laufkundschaft sofort anzusprechen.

Was ist Pull Marketing?
„Bei Pull Marketing geht die Initiative vom Kunden aus, der bereits ein Bedürfnis hat. Die Produkte werden nicht aktiv in den Markt geschoben. Kunden kommen freiwillig durch relevante Inhalte zu ihrer Problemlösung auf den Anbieter zu.“
Während beim Push Marketing der Anbieter die Initiative ergreift, ist es beim Pull-Marketing immer der Kunde, der den ersten Schritt macht.
Ein ganz klassisches Beispiel für Pull Marketing ist SEO:
Jemand sucht bei Google nach dem „besten Proteinpulver für Anfänger“.

Der Kontakt entsteht also aus einem bestehenden Bedürfnis und nicht durch Zufall oder Unterbrechung.
Pull Marketing verfolgt das Ziel, diese existierende Nachfrage abzufangen und Vertrauen aufzubauen, sodass Kunden freiwillig zum Angebot kommen.
Was sind Ziele von Pull Marketing?
- Nachfrage organisch abholen statt künstlich erzeugen
- Vertrauen, Expertise und Markenpräferenz aufbauen
- Hochqualifizierte Leads gewinnen, die echtes Interesse haben
- Langfristig Marketingkosten reduzieren
Auf welchen Kanälen findet Pull Marketing statt?
SEO und Content Marketing sind DIE klassischen Pull Marketing Beispiele.
Genau wie Blogartikel, Youtube Videos und Tutorials.
Auch Empfehlungen, Reviews und Word of Mouth sind eine Form von Pull Marketing.
Was sind Beispiele aus der Praxis für Pull Marketing?
- Eine Person googelt ein Problem, findet deinen Blogartikel und entscheidet sich anschließend für dein Produkt.
- Ein Unternehmen veröffentlicht auf YouTube Anleitungen, die Vertrauen schaffen und Kunden langfristig anziehen.
- Eine starke Marke erzeugt so viel organische Nachfrage, dass Nutzer selbst aktiv nach ihr suchen.
Push vs. Pull Marketing: Was sind die wichtigsten Unterschiede?
Aus meiner Erfahrung als Media Buyer im Ecommerce nach über 10 millionen € adspend gibt es 3 fundamentale Unterschiede zwischen Push und Pull Marketing:
Nachfrage erzeugen vs. Nachfrage abholen
Der wichtigste und zentralste Unterschied zwischen Push und Pull Marketing liegt darin, wie Nachfrage entsteht:
Push Marketing erzeugt aktiv Nachfrage: Unternehmen bringen ihre Botschaften gezielt vor die Zielgruppe (auch wenn diese noch kein konkretes Bedürfnis hat.)
Pull Marketing holt bestehende Nachfrage ab: Der Kunde hat bereits ein Interesse, sucht aktiv nach Informationen oder Lösungen und kommt von selbst auf die Marke zu.
Verschiedene Positionen im Marketingfunnel
Push erreicht Menschen früh im Funnel, oft bevor sie überhaupt wissen, dass sie ein Problem oder Bedürfnis haben.
Pull setzt erst an, wenn der Kunde bereits mitten im Entscheidungsprozess steckt.
Dadurch entsteht ein natürlicher zeitlicher Abstand: Push bringt Aufmerksamkeit, Pull konvertiert informierte Nutzer.
Auswirkungen auf Kosten, Skalierung und Strategie
Weil die beiden Formen so unterschiedlich funktionieren, hat das massive Auswirkungen auf Kosten, Skalierung und Strategie:
Kosten: Push verursacht höhere kurzfristige Kosten, weil Reichweite eingekauft werden muss. Pull ist langfristig kosteneffizienter, benötigt aber immer Zeit, bis Wirkung entsteht.
Skalierung: Push lässt sich nahezu unbegrenzt skalieren, solange Budget vorhanden ist. Pull skaliert nur mit organischer Nachfrage. Pull Marketing hat also ein natürliches Limit durch die begrenzte Menge an Nachfrage.
Strategie: Push eignet sich ideal für Produktlaunches, schnelle Marktanteile und Performance getriebene Kampagnen. Pull stärkt Markenvertrauen, baut Expertise auf und sorgt für nachhaltige Kundenbeziehungen.
Push vs. Pull: Was funktioniert in der Praxis am besten?
In der Praxis funktionieren die meisten erfolgreichen Marketingstrategien als intelligente Kombination beider Ansätze:
Push erzeugt die erste Aufmerksamkeit, Pull sorgt für langfristige Nachfrage, Markenbindung und wiederkehrende Conversions.
Langfristig funktioniert eine Kombination beider Ansätze immer besser als Push oder Pull Marketing in Isolation.
Wie kombinieren erfolgreiche Unternehmen Push und Pull Methoden in der Praxis?
In der Praxis entsteht die stärkste Wirkung wie gesagt, wenn Push und Pull im Funnel klar aufeinander abgestimmt sind.
Hier ist ein typischer Ablauf des Zusammenspiels von Push und Pull Marketing:
Top of Funnel (Awareness): Ist meistens von Push Marketing dominiert.
Unternehmen nutzen Paid Social, Display Ads oder PR, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, neue Zielgruppen zu erreichen und erste Berührungspunkte herzustellen.
Ohne Push wird ein potenzieller Kunde oft gar nicht auf das Unternehmen aufmerksam.
Mid Funnel (Consideration): Push + Pull gleichzeitig
Nutzer suchen jetzt aktiv nach Informationen. Hier greifen Pull Inhalte wie Blogartikel, Reviews, YouTube-Videos oder Vergleiche.
Aber auch Push Maßnahmen wie Retargeting Anzeigen halten die Marke präsent und unterstützen Entscheidungsfindung.
Bottom of Funnel (Conversion): Pull dominiert
Wenn Nutzer kurz davor sind zu kaufen spielen, SEO, Brand-Vertrauen, Case Studies und Empfehlungen eine größere Rolle als Push Marketing.
Nutzer kommen hier oft bewusst zurück und konvertieren aus eigenem Antrieb.
Ein moderner Funnel ist also kein reines Push- oder Pull System, sondern eine Abfolge beider Mechaniken im Zusammenspiel.
Was ist die Rolle von Branding, Paid Media und organischem Wachstum?
Branding stärkt Pull und Push Marketing, weil eine bekannte und vertrauenswürdige Marke automatisch mehr Suchvolumen und Nachfrage erzeugt.
Paid (Social) Media wie Meta oder TikTok Ads stärken Pull Marketing, indem gezielt neue Zielgruppen erschlossen und Botschaften kontrolliert ausspielt gewerden.
Organisches Wachstum verstärkt Pull, da Inhalte, Communities oder Empfehlungen langfristig ohne zusätzliche Kosten wirken.
Die Kunst besteht darin, diese drei Elemente nicht isoliert, sondern als ein zusammenhängendes System zu verstehen:
- Paid bringt Reichweite.
- Content baut Vertrauen und Expertise auf.
- Brand sorgt für Wiedererkennung und höhere Conversion Rates.
Was sind strategische Vorteile einer Kombination aus Push und Pull Marketing?
Unternehmen, die Push und Pull kombinieren, profitieren aus meiner Erfahrung von diesen Vorteilen:
Schnelle Wirkung + nachhaltiges Wachstum: Push liefert sofortige Sichtbarkeit, Pull liefert langfristig stabile Nachfrage.
Effizientere Werbekosten: Je stärker eine Marke (Pull), desto weniger günstiger und effizienter werden Push Kampagnen.
Höhere Conversion Rates: Nutzer, die durch Push touchpoints hatten und anschließend Pull Inhalte konsumieren, treffen informiertere Kaufentscheidungen.
Robustheit gegen Marktveränderungen: Wer sowohl bezahlte Reichweite als auch organische Nachfragequellen besitzt, ist weniger abhängig von Algorithmen oder Werbepreisen.
Starker Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die beide Mechaniken beherrschen, gewinnen sowohl kurzfristig Marktanteile als auch langfristig Loyalität.
Push vs. Pull: Was nutzen start-ups und Ecommerce Unternehmen?
Für Startups, D2C-Brands und E-Commerce-Unternehmen bedeutet das:
Investiere zu Beginn stärker in Push, um Reichweite, Daten und erste Kunden zu gewinnen.
Bau parallel Pull-Strukturen wie SEO, Content und Social Proof auf, um langfristig unabhängiger von Werbebudgets zu werden.

Was sind Beispiele für Push und Pull Marketing aus der Praxis?
Hier sind Beispiele für Push und Pull Marketing aus der Praxis:
Push Marketing Beispiele (offline):
TV Werbung: Ein Markenhersteller schaltet Spots in der Primetime, um breite Aufmerksamkeit zu erzeugen. Unabhängig davon, ob Zuschauer gerade aktiv nach dem Produkt suchen.
Regalplatzierung im Einzelhandel: Ein Produkt wird an gut sichtbarer Stelle positioniert, damit Käufer es spontan entdecken.
Direktwerbung & Flyer: Ein Unternehmen verteilt Rabattgutscheine, um kurzfristig Kaufanreize zu setzen.
Telefonakquise & cold calling: Vertriebsmitarbeiter kontaktieren potenzielle Kunden aktiv, ohne dass diese zuvor Interesse signalisiert haben.
Pull Marketing Beispiele (offline):
Mundpropaganda: Kunden empfehlen ein Produkt weiter, weil sie überzeugt sind – Nachfrage entsteht freiwillig.
PR & Pressearbeit: Medienberichte erhöhen das öffentliche Interesse und ziehen Nutzer organisch an.
Markenbildung: Eine starke Marke sorgt dafür, dass Menschen bewusst danach suchen (z. B. Apple, Nike).
Digitales Push Marketing:
Meta Ads & TikTok Ads: Werbetreibende spielen Inhalte direkt in die Feeds der Nutzer aus.
YouTube Pre Roll Ads: Nutzer sehen Werbung, bevor ein Video startet. Egal, ob sie danach gesucht haben.
Display Ads: Banner auf Websites zielen darauf ab, Aufmerksamkeit abzuschöpfen.
Retargeting Kampagnen: Nutzer werden aktiv erneut angesprochen, um sie zur Conversion zu bringen.
Digitales Pull Marketing:
SEO: Nutzer suchen bei Google aktiv nach Lösungen; Unternehmen fangen dieses Interesse mit Content ab.
YouTube Tutorials & Blogartikel: Menschen informieren sich gezielt zu einem Thema und gelangen dadurch zur Marke.
Organisches Social Media: Follower konsumieren freiwillig Inhalte und interagieren mit der Marke.
Reviews & Testberichte: Kunden entscheiden sich aufgrund von Erfahrungen anderer Nutzer.
In der Realität setzen fast alle erfolgreichen Unternehmen auf Push und Pull Modelle gleichzeitig, weil sie die Vorteile beider Ansätze kombinieren:
Schnelle Ergebnisse durch Push und nachhaltiges Wachstum durch Pull.
Was sind die häufigsten Fragen zu Push und Pull Marketing?
Das sind aus meiner Erfahrung im Marketing die häufigsten Fragen, die zu 90% über Push und Pull Marketing gestellt werden:
Was ist Pull Marketing?
Pull Marketing umfasst alle Maßnahmen, die Kunden anziehen, weil sie bereits ein Bedürfnis, eine Frage oder ein Problem haben.
Der erste Impuls geht immer vom Kunden aus, nicht vom Anbieter.
Was ist Push Marketing?
Bei Push Marketing bringt ein Unternehmen seine Produkte oder Botschaften aktiv an potenzielle Kunden.
Die Initiative geht dabei immer vom Anbieter aus, nicht vom Nutzer.
Was ist der Unterschied zwischen Push- und Pull-Marketing?
Push Marketing bedeutet, dass Unternehmen ihre Botschaften aktiv an potenzielle Kunden herantragen.
Pull-Marketing setzt darauf, dass Kunden aus eigenem Antrieb nach Informationen oder Produkten suchen und dadurch zur Marke finden.
Push erzeugt Nachfrage, Pull holt bestehende Nachfrage ab.
Verfolgt Tesla eine Push- oder Pull-Strategie?
Tesla nutzt überwiegend eine Pull-Strategie. Das Unternehmen verzichtet fast vollständig auf klassische Werbung und erzeugt Nachfrage durch starke Markenpräsenz, PR, Community, Innovation und organische Mundpropaganda.
Nutzer suchen Tesla aktiv, weil das Interesse bereits besteht.
Ist SEO Push oder Pull Marketing?
SEO ist Pull Marketing. Nutzer suchen selbst nach Informationen, Produkten oder Lösungen. Unternehmen fangen diese Nachfrage mit hilfreichen, relevanten Inhalten ab.
Ist E-Mail-Marketing Push- oder Pull-Marketing?
Das hängt vom Kontext ab:
Newsletter an freiwillige Abonnenten: Pull-Marketing, da Nutzer sich aktiv eingetragen haben.
Kaltakquise E-Mails: Push-Marketing, da der Anbieter die Initiative ergreift, ohne dass eine Nachfrage besteht.
In der Praxis ist E-Mail daher ein hybrider Kanal, je nach Art der Ansprache.

Mein Fazit: Welche Strategie sich für dein Unternehmen?
Push- und Pull-Marketing sind keine konkurrierenden Modelle, sondern unterschiedliche Wege Nachfrage zu beeinflussen.
In der Praxis hat sich für mich eine Sache immer wieder bestätigt:
Die stärksten Marken und die profitabelsten Unternehmen kombinieren Push und Pull intelligent.
Push sorgt dafür, dass du sichtbar wirst und skalieren kannst.
Pull sorgt dafür, dass du dauerhaft relevant bleibst und profitabel wirst.
Wer Push ohne Pull einsetzt, kauft sich Reichweite, verliert aber langfristig Geld.
Wer Pull ohne Push versucht, wächst oft nur sehr langsam und lässt Potenzial liegen.
Die beste Strategie ist also meiner Meinung nach fast immer eine hybride Strategie:
- Push füllt den oberen Funnel, erzeugt erste Berührungspunkte und lenkt Aufmerksamkeit auf die Marke.
- Pull vertieft das Interesse, baut Vertrauen auf und konvertiert informierte Nutzer, die bereits ein echtes Bedürfnis haben.
- Branding verstärkt beide Hebel, weil eine starke Marke organische Nachfrage erzeugt und gleichzeitig Paid Media effizienter macht.
Für Startups, D2C-Brands und E-Commerce-Unternehmen bedeutet das:
Investiere zu Beginn stärker in Push, um Reichweite, Daten und erste Kunden zu gewinnen.
Bau parallel Pull-Strukturen wie SEO, Content und Social Proof auf, um langfristig unabhängiger von Werbebudgets zu werden.
Push und Pull sind zwei Seiten derselben Medaille.
Wer beide sauber glattzieht, baut ein Marketing auf, das profitabel, skalierbar und krisenresistent ist.

Hey. Mein Name ist Niklas
Ich bin Performance Marketer seit 2022 für D2C, E-Commerce und Subscription Modelle.
Seitdem habe ich über 10 Millionen € Adpsend auf Facebook / Instagram, Google und TikTok verwaltet.
Immer mit dem Ziel profitables Wachstum durch kreative Ads, präzises Targeting und skalierbare Strategien zu erzielen.
Auf marketingmitnik.de teile ich meine Erfahrung aus der Praxis. Klar, ehrlich und umsetzbar.

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